Luzerner Theater: Kasimir und Karoline ( Ein Volksstück von Ödön von Horvath), veröffentlicht auf www.innerschweizonline.ch und www.bochumer-zeitung.net

Kasimir und Karoline

Ödön von Horváth (1901-1938) wurde in Paris im Exil während eines Gewitters von einem herabstürzenden Ast erschlagen. In der Zeit seines kurzen Lebens schrieb der erfolgreiche, fleissige Autor viele sozialpolitische Bühnenwerke. Als Ziel seiner Arbeit nennt er selbst die „Desmaskierung des Bewusstseins“. Anhand von Einzelschicksalen verarmter, perspektivloser Kleinbürger, sowie von Frauengestalten in drastischer patriarchalischer Abhängigkeit.

Man hat halt oft so eine Sehnsucht in sich –
aber dann kehrt man zurück mit gebrochenen Flügeln
und das Leben geht weiter,
als wär man nie dabei gewesen –
(Karoline in Kasimir und Karoline)

Der Chauffeur Kasimir befindet sich mit seiner Verlobten Karoline auf dem Münchner Oktoberfest. Sie will sich amüsieren, Kasimir ist jedoch nicht zum Feiern zumute, da ihm gerade seine Anstellung gekündigt wurde. Deshalb kommt es zu einer Auseinandersetzung zwischen ihnen. Ihre Wege trennen sich zunächst. Im Laufe der Handlung begegnen sie einander mehrfach, eine Versöhnung liegt greifbar nah, ihre Gespräche enden jedoch immer wieder in Streit.

Es ist die Ballade vom arbeitslosen Chauffeur Kasimir und seiner Braut …, eine Ballade voll stiller Trauer, gemildert durch Humor, das heißt, durch die alltägliche Erkenntnis „Sterben müssen wir alle!“ Die lockere, episodenhafte Handlungsführung und die bisweilen deftige Ausdrucksweise ist während der Premiere am 1. Februar 2013 im Luzerner Theater wieder voll zum Zug gekommen, insbesonders durch die Regie von Alice Buddeberg. Mit drastischen Showeffekten, sogenannten „Freakshows“ in Überlängen – mit nur einem Ballon wurde dem Publikum angedeutet: Die Handlung spielte eigentlich auf einer Kirmes oder am Oktoberfest in München (mit Bier aus Blechdosen). Die Regie konzentrierte sich hauptsächlich auf die Darstellung „lebender Kuriositäten“ in Form von menschlichen Monstern. Weniger wäre mehr!

Horvath gilt als Erneuerer des Volkstücks. In seinem Verständnis sollen die Probleme möglichst volkstümlich behandelt und gestaltet werden. Eine Synthese aus Ernst und Ironie. Die gelungenen Dialoge in Kasimir und Karoline sind das bereits und passen auch zum heutigen Zeitgenossen.

Hervorragend das Spiel aller Schauspieler, besonders die Darstellung der Juanita durch Franziska Schubert.

Trotz besagter Längen ein lohnender Theaterabend. Das Publikum dankte mit verdientem Applaus

Fotos Luzerner Theater, Toni Suter T+T Fotografie

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