Beethoven-Abend mit Pierre-Laurent Aimard und Sir Roger Norrington, Tonhalle Zürich, 17. November 2015, Veröffentlicht auf: innerschweizonline.ch http://www.bochumer-zeitung.net/ http://www.leonardwuest.en-a.ch/

Zürcher Kammerorchester,Sir Roger Norrington Dirigent

Programm
Ludwig van Beethoven Ouvertüre «Die Geschöpfe des Prometheus» C-Dur op. 43
Ludwig van Beethoven Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37
Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 8 F-Dur op. 93
Besetzung
Pierre-Laurent Aimard Klavier
Sir Roger Norrington Dirigent
Zürcher Kammerorchester

Rezension:

Ludwig van Beethovens Werke gefallen den Zuhörern meistens. Aber diesmal war es ein besonderer Leckerbissen, gar ein veritabler Ohrenschmaus. Im Foyer machte 15 Minuten vor dem Konzert, ein im Barockkostüm mit passender Perücke verkleideter Majordomus (Stephan Mester), dem wartenden Publikum gehörig Appetit auf das bevorstehende Konzert mit seiner umfassenden Einführung.

Vor dem Beginn des Konzertes hielt der Direktor des ZKO (Michael Bühler) eine kurze tiefsinnige Ansprache auf dem und bedankte sich beim Publikum, dass es trotz der tragischen Geschehnisse in Frankreich, den Weg zu einer kulturellen Veranstaltung gefunden hatte.

Weiter erläuterte er, Sir Roger Norrington sei nun Ehrendirigent des ZKO.

Den Auftakt machte das Orchester mit der kraftvollen Ouvertüre „Die Geschöpfe des Prometheus“. Voller Licht und titanisch gespielt vom Orchester und dirigiert vom Conductor. Prometheus, der vorausdenkende Erwecker, Feuerbringer und Lehrmeister der Menschen. Die Musik ging dem Zuhörer an die Leber (Nach der Sage aus der griechischen Mythologie bestrafte Zeus Prometheus, indem er ihm von einem Adler ein Stück Leber fressen liess, aber die Leber wuchs immer nach).

Stimmung: Unterwelt, dann wieder himmelhoch jauchzend, ja das Feurige manifestierte sich deutlich in der Musiksprache und fügte sich dennoch, durch einen fliessenden und sanfteren Übergang, immer wieder in eine wohlklingende Melodie ein. Beethoven vermittelt den damaligen Zeitgeist deutlich durch seine Kompositionen.

Es folgte das Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll.

Pierre-Laurent Aimard Photo: Marco Borggreve

Pierre-Laurent Aimard
Photo: Marco Borggreve

Das Allegro con brio schwungvoll interpretiert. Eine überwältigend meisterhafte wie eloquente Darbietung.

Das Largo, verspielt klangen die Töne. Der Solist Pierre-Laurent Aimard wirkte fast so, als wäre verliebt in die Tasten. Er berührte sie fast zärtlich, spielte die Arpeggios virtuos.

Das Rondo Allegro, teils heiter-aggressiv. Die Refrain Teile spielte der Solist gefühlvoll und brachte es entsprechend dominant rüber. Man hätte ihm liebend gerne noch stundenlang zuhören mögen, aber trotz anhaltendem Applaus seitens des Publikums, liess sich die Klavierkoryphäe Pierre-Laurent Aimard nicht zu einer Zugabe erweichen.

C-Moll war, wie hinlänglich bekannt, Beethovens Lieblingstonart.

Nach der Pause setzte sich der Dirigent auf einen Stuhl. Mit dem Mikrophon in den Händen, hielt er einen Vortrag über die Sinfonie Nr. 8. Grüezi, so begann er. Der ausführliche Speach folgte in englischer Sprache, nur die zwei letzten Worte waren wieder in Deutsch: Anschnallen bitte! Ich habe ihn kaum verstanden, so schnell war sein Englisch. Er sprach von Metronom und von den zu schnell gespielten Interpretationen der Sinfonie Nr. 8. Er fand, das täten nur bad conductors, also schlechte Dirigenten.

Das ZKO, dirigiert von Sir Roger Norrington, spielte sie brillant. Allegro vivace con brio, angeregt, gehaltsreich und zügig. Hier erahnte man den Streit Beethovens mit seinem Bruder und die verzweifelte Liebe zu seiner „Unsterblichen Geliebten“, wie er es in einem Brief formulierte. Allegretto scherzando, ein Bläserauftakt im bekannten Tic-Tac-Takt. Tempo di menuetto, eine liebliche Einladung zum Tanz, ein echter Kontrast in diesem Werk. Allegro vivace, sehr schnelle Passagen, vermittelten ein Gefühl von Ja und doch eher Nein, doch der sanfte Ton setzte sich immer wieder durch.

Das Publikum spendete grossen Applaus und begab sich beschwingt zum dem, von ZKB und AMAG offerierten Apéro, ins Foyer.

Einführung durch Majordomus (Stephan Mester):

www.zko.ch/majordomus

Text: www.irenehubschmid.ch 

Fotos: zko.ch/Home

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