Opera Box des ZKO, Première vom 27. Dezember 2015,Veröffentlicht auf: innerschweizonline.ch http://www.bochumer-zeitung.net/ http://www.leonardwuest.en-a.ch/

LACAMERALIRICA *** - Les Bavards (Les Bavards)

LACAMERALIRICA *** – Les Bavards (Les Bavards)

Besetzung und Programm:

Zürcher Kammerorchester
Andres Joho, Musikalische Leitung
Paul Suter, Regie
Mit Jeanne Pascale, Andrea Suter, Daniel Bentz, Barbara Hensinger, Bojidar Vassilev, Erich Bieri, Ulrich Amacher und vielen mehr
William S. Gilbert & Arthur Sullivan:  Operette «Trial by Jury»

Jacques Offenbach: Komische Oper «Les Bavards»

Rezension:

Der Abend war einfach witzig, amüsant und sehr lebendig bis turbulent. Die zwei zusammengeschnittenen Operetten/Opéra bouffe in Kurzform in der Opera-Box vom ZKO im Seefeld in Zürich zum Jahresausklang. Wer sich amüsieren will, gehe dahin. Da wird Kunst geboten auf höchstem Niveau und in verschiedenen Sprachen wie Französisch und Englisch. Die Rede ist von der Operette des Jacques Offenbach, eigentlich Jakob Offenbach, (geb. am 20. Juni 1819 in Köln gest. 5. Okt. 1880 in Paris) Er schrieb die selten aufgeführte Operette: Les Bavards (deutsch: Die Schwätzer).

Der sogenannte Finanzfachmann und Filou Roland Lopez, in der Hauptrolle der äusserst begabte Tenor, Daniel Camille Bentz. Er spielt und singt seine Partituren virtuos, gekonnt, geschwätzig und charmant. Der Tenor gewinnt alle Frauenherzen, obwohl er sehr stark verschuldet ist. Selbst das zahlreich erschienene Publikum bittet er um Geld.

Geld ist nicht alles, so singt er, „ Peut-on vivre sans aimer? Peut-on vivre sans manger?“ Ungeachtet der Gläubiger und der zwei Polizisten die ihn verfolgen, versteckt er sich einfach und flüchtet in seiner Not auch zwischen die Zuschauerrreihen, da das Publikum rund um die Bühne herum gruppiert ist. Auch das Orchester ZKO ist seitwärts positioniert, dessen Leiter, Andres Joho, aber nicht nur dirigierte, sondern auch mit Verve Klavier spielte.

Zur Handlung: Die satirischen Hintergründe zeigen treffende Anspielungen auf Sitten und Ereignisse der Zeit. Durch erstickenden Redefluss ergattert sich Filou Roland immer wieder Gelegenheiten in der Gesellschaft und versucht auf diese Art zu Geld zu kommen. Dies auch in der Situation, als er von seiner verehrten Ines erfuhr, dass zwei Herren den Stiefvater zu einer Geldstrafe verknurren wollten. Roland anerbot, sich freiwillig verprügeln zu lassen, selbstverständlich gegen ein Entgelt. Dann nahm er den Vorschlag an, die redselige Gattin zum Schweigen zu bringen. Er wird vom Hausherren zum Nachtmahl eingeladen. Roland, ein eloquenter und galanter Gast, begeisterte auch die anwesende Gattin. Doch dann realisierte diese die Absicht ihres Mannes und startete eine Gegenattacke.

Jeanne Pascale Künzli, Sopran, wirkt als Doña Béatrix überzeugend mit ihrer luziden Stimme und ihrem agilen Temperament. Dies trifft ebenso auf das ganze restliche Ensemble zu in dieser Inszenierung von Regisseur Paul Suter.

Auch die zweite Operette in Kurzform: Trial by Jury (Schwurgericht), von Arthur Sullivan (geb. 1842 in London, gest. 1900 ebendort). Zwischen 1871 und 1896 brachten William Schwenk Gilbert, Dramatiker und Arthur Sullivan vierzehn komische Werke heraus, darunter sich die Operette: Trial by Jury reihte. Mit diesen Stücken fand die satirische Kritik gegenüber dem Bürgertum Eingang in das Musiktheater. Die Operette lässt sich leichter ins Zeitgenössische transformieren als die Oper, was mit den beiden Stücken bewiesen wird. An aktuellen und bissigen Anspielungen wird nicht gespart. Dies gab jeweils den Stücken ein eigenes, gutes angeregtes Profil und fand grossen Anklang beim Publikum.

Im schönsten Oxford-English wurde die Operette gesungen. Der Tenor, Daniel Benz, verkörpert abermals die Hauptrolle. Er ist der Angeklagte. Zu seiner Verteidigung bringt er viele Argumente vor. Zum Beispiel: Wie kann man von Liebe erwarten, dass sie nicht vergeht? Die Anklägerin ist die hübsche Verschmähte, die reiche Lady Angelina, stimmig gesungen von Barbara Hensinger, Mezzosopran. Sie wirkt bereits zum dritten Mal bei der Opera Box mit.

Die beiden Inszenierungen waren lebhaft, spritzig und erfrischend. Das gesamte engagierte Ensemble, bis hin zu den Statistinnen und Statisten, ist passend besetzt.

Ein dankbares und gut unterhaltenes Publikum applaudierte langanhaltend heftig.

Fotos: Wikipedia und  zko.ch/Home

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