Hommage à Yehudi Menuhin: Daniel Hope gratuliert zum 100. Geburtstag, Tonhalle Zürich, 14. April 2016

Zürcher Kammerorchester

Zürcher Kammerorchester

Programm
Edward Elgar Introduction und Allegro op. 47
Bechara El-Khoury «Unfinished Journey»
Felix Mendelssohn Violinkonzert d-Moll
Franz Schubert Streichquartett Nr. 14 d-Moll D 810 «Der Tod und das Mädchen»,
Bearbeitung Gustav Mahler
Besetzung
Daniel Hope, Violine
Willi Zimmermann, Konzertmeister
Zürcher Kammerorchester

Rezension:

Vor dem eigentlichen Konzert gab es die vom ZKO Publikum geschätzte und bewährte Einführung im Foyer der Tonhalle mit Majordomus Stephan Mester.

Dies war das Gedenk-Konzert zum 100. Geburtstag von Yehudi Menuhin. Die Mutter von Daniel Hope war Yehudi Menuhins langjährige Sekretärin und spätere Festivaldirektorin und wohnte dem Konzert bei.

Folgendes Zitat aus Buch „Gstaad und die Menuhins“: Yehudi Menuhin tells Daniel Hope what a young musician has to look out for in his career, which and how composers are played to day, how interpretations have changed, how children are introduced to classical music and what it depends on for every musician. Beide, Mutter und Sohn pflegten eine wunderbare Freundschaft mit Yehudi Menuhin. Er ist vielen als Botschafter der Musik in bester Erinnerung.

Die Eröffnung des Konzertes machte wiederum gekonnt der ZKO-Direktor Michael Bühler. Er erwähnte auch gewisse Erneuerungen für die kommende Saison. Speziell betonte er wie Musik und Sprache (Interpret: Karl Maria Brandauer) in das Programm aufgenommen werden. Dies ab 2017 im Schauspielhaus, da die Tonhalle dann für die geplante Renovation geschlossen bleibt.

Dann begann die Musik: Der aus Basel stammende Konzertmeister Willi Zimmermann (Co-Solist mit Daniel Hope und anderen namhaften Musikern) leitete die Musiker schwungvoll bis energisch. Was blieb ihm anderes übrig, die Komposition von Edward Elgar (1857-1934) forderte es. Zwischendurch gab es auch sanfte Töne, man hörte deutlich den Frühling. Mit dem Werk wollte Elgar Introduction und Allegro unter Beweis stellen, die Virtuosität dieses Klangkörpers.  Der Violinvirtuose und Humanist Yehudy Menuhin spielte 1932 mit dem London Symphony Orchestra  Elgars Violinkonzert unter der Leitung des Komponisten. Das Stück erinnert einem: „April macht, was er will“.

Daniel Hope

Daniel Hope

Im Anschluss trat der ebenfalls grossartige Violinvirtuose/Humanist Daniel Hope auf und spielte Bechara El-Khourys (*1957) engagiertes Werk „Unfinished Journey“. Der franko-libanesische Komponist verarbeitet in seinen Werken auch aktuelle politische Themen, wie den Krieg in Beirut. Er schrieb das Stück extra für Daniel Hope, der es 2009 anlässlich des 10. Todestages von Yehudy Menuhin in Gstaad spielte. Die Musik widerspiegelt eine Art Autobiographie des Komponisten.

Anschliessend Felix Mendelssohn (1809-1847), Violinkonzert. Daniel Hope erzählte im perfekten Deutsch den Zuhörern im vollbesetzen Auditorium Mendelssohn sei ein Wunderkind gewesen. Die Komposition schrieb er im zarten Alter von 12 Jahren. Daniel Hope musizierte wie ein Gott. Der Bogen tanzte nur so über die Saiten. Das Adagio war sehr lieblich. Es ertönte eine einfühlsame, rege und komplexe Musik. Zeitweise erkannte man etwas Bach und etwas Schubert, eine erlebenswerte und erstklassige Musikdarbietung.

Zu diesem Anlass gab es eine Verlosung für Mitglieder der höheren Miktgliederbeitragskategorie. Diesen Preis gewann die Schwester des verstorbenen Gründers des ZKO, Edmond de Stoutz, welch ein herrlicher Zufall. Es bestand eine lange und innige Freundschaft zwischen Yehudi Menuhin und Edmond de Stoutz.

Nach der Pause: Von Franz Schubert (1797-1828) das Streichquartett: „Der Tod und das Mädchen“

(Originaltitel: La muerte y la doncella) ist auch ein Theaterstück des die USA emigrierten Chilenen Ariel Dorfman.

Es ist eine traurige Komposition. Stimmungsvoller Auftakt mit rührendem bis ergreifendem Ausklang. Das Publikum lauschte ganz andächtig mit.

Man hätte meinen können im Adagio con moto, käme eine Harfe vor, dabei war es nur das Zupfen der Bassisten. Daniel Hope integrierte sich hier in das Orchester

Als Zugabe erklärte Hope, nach Schubert passe nur Bach. Das Orchester verwöhnte das Publikum noch mit einem Orgelstück für Streicher

Die Zuhörer applaudierten zu allen Musikstücken heftig und gingen dankbar wie erfüllt in die laue Frühlingsnacht.

Fotos: Wikipedia und  www.zko.ch

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